

Über mich
In den 1980er Jahren gehörte ich im Ski-Freestyle zur Weltspitze.
Weltmeistertitel, Gesamtweltcupsiege
und olympisches Gold im Demonstrationswettbewerb 1988
prägten diese Zeit.
Leistung war selbstverständlich.
Identität war klar.
Als meine Disziplin nicht weitergeführt wurde,
fiel mehr weg als eine sportliche Perspektive.
Ein äußerer Rahmen brach weg.
Und mit ihm ein Teil meiner Orientierung.
Diese Erfahrung blieb kein Einzelfall.
Später war ich viele Jahre in leitender Verantwortung tätig.
Ich kenne Erfolg.
Ich kenne Druck.
Ich kenne Verantwortung.
Und ich kenne den Moment, in dem das nicht mehr trägt.
Vor einigen Jahren endete meine berufliche Position.
Nicht als plötzlicher Bruch.
Sondern als leiser Prozess.
Das, was lange funktioniert hatte, hat innerlich nicht mehr gestimmt.
Und wieder stand eine Frage im Raum:
Was bleibt, wenn das wegfällt?
Diese Frage lässt sich nicht mit Strategien beantworten.
Ich spreche mit Menschen, die an einem ähnlichen Punkt stehen.
Nicht, um Lösungen zu liefern.
Sondern um gemeinsam zu klären, was hier wirklich stattfindet.
Hermann Reitberger